Herzlich willkommen
auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft

 

Erinnerungen spielen in unserem Leben eine große Rolle.
Wenn ein Mensch stirbt und die Angehörigen beim Leichenschmaus zusammensitzen und sich noch einmal vergegenwärtigen, was der Verstorbene für ein Mensch war, dann fangen sie an, Geschichten von ihm zu erzählen. Es gibt Dinge, die kann man nicht mit Begriffen und Beschreibungen einfangen; die kann man nur deutlich machen, indem man Geschichten erzählt. Es gibt Erinnerungen, die man nicht vergessen darf. 
Auch Gruppen, ja selbst ganze Völker brauchen solche Erinnerungen, an denen sie sich immer wieder festhalten können.

Für das Volk Israel im Alten Testament gab es eine Erinnerung, die mehr als alles andere den Glauben und das Leben bestimmte: die Erinnerung an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft.
Mit der Erinnerung dieser Geschichte gab sich das Volk immer wieder Rechenschaft darüber, an welchen Gott es eigentlich glaubte: an den Befreier-Gott, der sein Volk herausgeführt hat aus Ägypten, dem Sklavenhaus. 
Dass die Erinnerung daran nie abreißt, deshalb feiern die Juden jährlich das Pessach-Fest.
Ausdrücklich schreibt ihnen ihre Überlieferung vor: 
„An diesem Tag erzähl deinem Sohn: das geschieht für das, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten auszog."
Aber es wird nicht nur erzählt von den Ereignissen der Vergangenheit. 
Die ganze Feier will das Geschehen von einst in Ägypten in die Gegenwart hereinholen. 
Wie damals wird ein Lamm geschlachtet und zum Essen bereitet, kommt ungesäuertes Brot auf den Tisch, weil die Zeit in jener Nacht drängte und kein Sauerteigbrot mehr gebacken werden konnte.
Jahr für Jahr feiern die Juden Pessach und schärfen ihren Kindern ein: Was damals geschehen ist, betrifft auch uns. Auch uns führt der Befreier-Gott heraus aus allem, was unser Leben bedrückt.

Und so hat auch Jesus damals gefeiert, beim Essen des Osterlamms mit seinen Jüngern. 
Doch in die alten Zeichen fügt er ein neues ein: Er nahm Brot, segnete es und teilte es aus. Dabei sprach er: Das ist mein Leib: Auch nach meinem Tod werde ich bei euch sein.
Und so ist es gekommen: Nach drei Tagen, so erlebten es die Apostel, hatte Gott den Gekreuzigten auferweckt. Als der Lebendige begegnete er ihnen, und sie wussten ihn bei sich.

Immer wieder feierten die Freunde Jesu dieses Abschiedsmahl von damals, brachen das Brot, tranken den Wein, erzählten von Jesus, von seinem Leben, von seinem Tod, von seiner Auferstehung, und wenn sie das taten, dann spürten sie seine Gegenwart in ihrer Mitte, dann war es, als reiche er selbst ihnen das Brot und den Kelch, dann war es, als spräche er von neuem die Worte:
Das ist mein Leib, das ist mein Blut.

Bis zum heutigen Tag tun wir dies und was wir da tun, ist mehr als Erinnerung:
Es wird Gegenwart.

 

Stephan Hartmann, Dekan
Bild: Pfarrbriefservice  Friedbert Simon 

 

Im Blick auf die Gottesdienste ...

... Aktuelles für die Gottesdienste ... wir dürfen unseren Glauben gemeinsam feiern, und so sind Sie eingeladen zu den Gottesdiensten, wie sie in der Gottesdienstordnung oder auch hier ...

„Frohe Botschaft ist zunächst Zuspruch“

Weihbischof Ulrich Boom beauftragt sieben Frauen und zwei Männer als Gemeinde- und Pastoralreferenten – Feierlicher Gottesdienst im Würzburger Kiliansdom Würzburg (POW) Bei einem feierlichen ...

Erklär doch mal ...

St. Kilian Kennst du dich mit den Frankenapostel aus? In unserem Format "Erklär doch mal" wollen bekommst du immer wieder Infos zu solchen Fragen ...


­