Pfarrvikar Pater Thumma stellt uns den Heiligen Laurentius als Diakon vor und schenkt uns einen Impuls dazu ...

Wir feiern das Fest des Hl. Laurentius - des Blutzeugen für Christus und des Diakons der Kirche in Rom -
Diakone haben vom Wesen her die Berufung, besonders das barmherzige Gesicht Jesu für die Welt darzustellen.
Wenn sie diese Berufung aus der Tiefe ihres Wesens heraus leben, können sie alle Christen ebenfalls dazu anspornen, in ihrem Umfeld diakonisch zu leben.
Wie gut wäre es für unsere Welt, wenn die mutige Antwort des heiligen Laurentius an Kaiser Valerian: „Hier - diese Armen - sind die Schätze der Kirche“,
auch unsere Lebensweise bestimmen würde. 
Was damit konkret gemeint ist, wird in einer Frage, die den Weihekandidaten zur Diakonenweihe gestellt ist, deutlich:
„Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?“
Mutter Teresa betonte immer wieder: „We are not social-workers“, obwohl sie rein äußerlich betrachtet natürlich sozial arbeiteten. „Das barmherzige Gesicht Jesu für die Welt darstellen“
meint eine weit tiefere Dimension. In der Bibel heißt es zum einen: „Gott liebt einen fröhlichen Geber“ und zum anderen: „In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten“.
Eine andere Frage, die den Weihekandidaten zum Diakon gestellt wird, gibt uns Hinweis darauf, was das praktisch bedeutet:
„Seid ihr bereit, aus dem Geist der Innerlichkeit zu leben, Männer des Gebetes zu werden?“
Auf diese Weise kann äußere Hilfestellung für die Bedürftigen das Gesicht Jesu für die Menschen transparent werden lassen.
Fruchtbarer Dienst und Innerlichkeit bedingen einander. 
Losgelöst von Christus kann auch der Dienst an den Armen zur Selbstdarstellung dienen und verliert damit an Fruchtbarkeit.
Demgegenüber erfahren wir im Gebet, dass wir uns im Tiefsten verdanken. 
Die Kraft, die Gaben und Talente, unser ganzes Sein, haben wir uns nicht selbst gegeben. 
Alles ist uns geschenkt. Wir sind letztlich Arme, die viel anvertraut bekamen. 
Innerlichkeit bedeutet also, am Herzen Gottes aufzutanken, durch die tägliche Zeit mit Gott innerlich „fröhlich“ zu werden. 
Diese Freude strahlt aus. Und sie trägt durch, wenn es schwer wird im Leben. 
Sie hilft, den Mut zu finden, zum Glauben zu stehen, wenn er Nachteile oder Gespött einbringt. 
Lassen wir uns also durch das Zeugnis des heiligen Laurentius zu einem Lebensstil der Barmherzigkeit ermutigen und im Gebet Freude und Kraft schöpfen, unsere leidende Welt zu Gott tragen. 
So werden wir zu einer Fackel, die von und für Jesus brennt und von seiner Liebe Zeugnis gibt.

 

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