Pfarrbriefservice - Bild Friedbert Simon

Der Heilige Ludwig - Patron in Oehrberg - wird am 25. Juli gefeiert:
Die Gedanken zu ihm sind auf der Grundlage des Sonntagsevangelium vom 23. Juli, in dem Petrus Jesus als Messias bekennt und von Jesus gesagt bekommt:
Ich gebe dir die Schlüssel für den Himmel -

Schlüsselübergabe -als Stichwort 
Schlüsselübergabe - damit wird ein neuer König in Israel eingesetzt, 
und auch ein Petrus bekommt mit diesem Symbol einen besonderen Auftrag. 
Und bis heute gilt dies ja, dass durch eine symbolische Schlüsselübergabe Verantwortung übertragen wird.
Auch in der Kirche gilt dies: ein neuer Pfarrer bekommt die Schlüssel der Kirche überreicht zum Zeichen dafür, dass er nun die Verantwortung hat. 
Beim Kirchenpatron in Oehrberg, dem Heiligen Ludwig gab es diese offizielle Amtsübernahme nicht, 
aber im übertragenen Sinn finde ich in seinem Leben auch dieses Moment,
dass er Schlüssel für sich entdeckt, die ihm helfen sein Amt als französischer König so zu leben, wie es beschrieben wird: Er sei demütig und geduldig gewesen, ein liebevoller Vater,
voller Zuneigung und Mitleid mit Armen und Kranken. Er galt als Ideal des christlichen Königs, weil er Verteidiger des Glaubens war und gerechter Herrscher. 
Einen Schlüssel entdecke ich in der Tatsache, dass er die Dornenkrone als Reliquie erworben hat und auch mit dieser eben dargestellt wird.
Die Dornenkrone steht für Jesus Christus, dem König, dem er nachfolgen wollte. 
Und in Anlehnung an das Evangelium dieses Sonntags und der Frage Jesu - für wen halten mich die Menschen und der persönlichen Antwort des Petrus, 
geht es auch dem hl. Ludwig darum, sein Jesusbild sozusagen in die Tat umzusetzen. 
Nicht ein König zu sein, der andere unterdrückt, sondern der anderen hilft, das sie mehr vom Leben haben.
Nicht ein König, dem die Dornen des Lebens fremd sind, sondern der darauf achtet, was die Menschen, für die er da ist, an Verletzungen durch das Leben davon tragen und mit ihnen dann Mitleid zu haben.
Nicht ein König, der mit einer goldenen Krone sein Leben im Palast genießt, sondern einer, der sich auch bemüht aus Dornen etwas so machen,
dass es dann aus der Welt ist. So hat er sich immer bemüht, Gerechtigkeit und Frieden walten zu lassen.
Die Herrscher Europas kamen vor ihm zusammen, um ihn in seiner Weisheit über Streitigkeiten entscheiden zu lassen. 
Und so wird er auch manchmal mit dem alttestamentlichen König Salomo verglichen in seiner Weisheit, aber auch weil er in Paris die Kathedrale Notre Dame bauen lies.
Die Dornenkrone als Schlüssel für die Verantwortung, die er hat als König und und als Zeichen dafür, dass diese Verantwortung nur zu tragen ist, im Bekenntnis zu Christus.
Kommen wir noch einmal auf die Antwort des Petrus zurück: Du bist der Messias und der Sohn des lebendigen Gottes.
Was steckt hinter dem Bild des Messias: 
Ein von Gott ausgewählter Mensch, der eine radikale und endgültige Wende zur Durchsetzung der Gottesherrschaft vollziehen wird. 
Indem Petrus Jesus als Messias bezeichnet, betont er damit: 
Anders als die alten Propheten warten wir nicht mehr auf Gottes rettendes Eingreifen in die Welt. Wir glauben, dass Gott in deiner Person dieses Eingreifen jetzt endgültig begonnen hat.
Christus ist aber nicht nur der erwartete Messias, sondern auch der Sohn des lebendigen Gottes.
 In Jesus Christus ist Gott selbst in diese Welt gekommen, um seiner Herrschaft den endgültigen Durchbruch zu verschaffen. 
Für dieser Königsherrschaft Gottes zu arbeiten, dazu beruft Jesus die Apostel, 
dazu sind Menschen zu allen Zeiten als Glaubende eingeladen, als Menschen, die sich berufen wissen, die Schlüssel zu gebrauchen im ursprünglichen Sinn. 
Ein Leben aufzuschließen, in dem zu finden ist, was Jesus so nennt: Leben in Fülle. 
Vielleicht hilf da auch gerade das Bild der Dornenkrone: 
Es ist kein goldiges Unterfangen, sondern eines mit Dornen, wenn wir Menschen helfen, mehr vom Leben zu spüren.
Gemeinsam zu helfen, dass die Verletzungen des Lebens offene Wunden bleiben, sondern dass sie zu Narben werden können. 
Miteinander sich einzusetzen, dass andere nicht noch kleiner gemacht werden und gedrückter leben müssen, sondern aufrecht durchs Leben gehen können,
weil sie Anteil am Reich Gottes haben. 
Sich immer bewusst zu sein, dass die Dornen nicht verschwinden, 
aber dass sie auch Rosen tragen und sich gegenseitig zu helfen diese im Leben zu entdecken. 
Machen wir so dem Heiligen Ludwig alle Ehre, weil wir leben in der Ausrichtung auf Gott und den Mitmenschen.

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