Seit dem 19. Jahrhundert treffen sich am ersten Freitag im März in über 100 Ländern der Erde Frauen aller christlichen Konfessionen zum gemeinsamen Gebet. Die Gebete und Lieder des Gottesdienstes kommen jedes Jahr aus einem anderen Land, heuer von den Philippinen, dem Inselstaat mit mehr als 7000 Inseln in Südostasien, in dem 100 Millionen Menschen leben.

In diesem Jahr beteiligte sich auch die Pfarreiengemeinschaft (PG) „Der Gute Hirte im Markt Burkardroth“ wieder an dieser weltweiten ökumenischen Basisbewegung christlicher Frauen. So kamen am 3. März um 19.00 Uhr Frauen aus fast allen Gemeinden der PG in die Kirche nach Waldfenster zum gemeinsamen Beten und Singen. Die Texte wurden von Regina Bühner (Gem.Ass.) und Corinna Zipprich (Gem.Ref.) sowie einigen Frauen aus der Pfarreiengemeinschaft vorgetragen (Christine Schmitt und Elisabeth Wehner aus Waldfenster, Monika Knauer aus Stralsbach und Melanie Wehner aus Gefäll).

 „Was ist denn fair ?“

Mit dieser Frage war der Gottesdienst überschrieben. Eine feierliche Prozession mit verschiedenen Gegenständen zu Beginn zeigte das Charakteristische der Philippinen. Ein Korb mit Früchten und eine Orchidee weisen auf den Artenreichtum der Pflanzenwelt hin. Gleichzeitig ist das Land aber stark vom Klimawandel betroffen und wird oft von verheerenden Naturkatastrophen wie Taifune heimgesucht. Reis ist das wichtigste Grundnahrungsmittel. Das Wort für Reis bedeutet dort „Leben“. Die philippinischen Frauen werden „Licht des Heims“ genannt, welches die Kerze symbolisieren soll. Das Kreuz und die Frohe Botschaft verbinden die Frauen aller christlichen Konfessionen miteinander. 

„Was ist denn fair?“ Trotz ihres natürlichen Reichtums sind die Philippinen geprägt von krasser Ungleichheit, besonders bei den Frauen. Dies wurde deutlich bei der Berichten dreier fiktiver Frauen, deren Geschichten aber auf wahren Fakten beruhen. Sie sind Opfer von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, Armut und Naturkatastrophen ohne Hoffnung auf staatliche Hilfen. 

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 1-16). Hier erzählt Jesus von der Großzügigkeit des Landbesitzers, damit wir besser verstehen, was das Reich Gottes bedeutet. Mit Impulsfragen wie „Wo hörst du Gottes Ruf an dich, gerecht zu handeln ?“ oder „Wie würdest du auf Gottes Ruf antworten ? wurden die Gottesdienstbesucherinnen zum Nachdenken angeregt. Die formulierten Bitten der philippinischen Schwestern um Gerechtigkeit, Befreiung, gegenseitige Unterstützung und Bildung wurden mit dem Ruf: „Sigaw (Schrei) ! Wir schreien um Hilfe !“ vor Gott gebracht. „Gerechtigkeit fließe wie Wasser und ströme in unser Herz. Gerechtigkeit fließe wie Wasser, sei Quelle für unser Tun. “ Dieses Lied zum Abschluss fasste die wichtigsten Gedanken eines schönen Gottesdienstes noch einmal zusammen.

 Auch bei der anschließenden Begegnung im Pfarrgemeinde-Zentrum konnten bei einer Tasse Tee Gedanken ausgetauscht werden. Viele der Frauen waren begeistert und inspiriert von dem Gottesdienst. Vielleicht heißt es am ersten Freitag im März 2018 dann wieder in einem Ort der Pfarreiengemeinschaft: Herzliche Einladung zum Weltgebetstag der Frauen !

Regina Bühner, Gemeindeassistentin

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