Gospelgottesdienst

"Macht frohen Lärm für den Herrn!"

Zum ersten offiziellen Gospelgottesdienst im Pastoralen Raum Burkardroth begrüßte Chorleiter Thomas Reuß die Gläubigen in der Pfarrkirche Burkardroth. "Make a joyful noise to the Lord!" so lautete nämlich eine Aufforderung des Eingangslieds in englischer Sprache, zu dem der Chor in die Kirche eingezogen war. Gospel heißt übersetzt "Evangelium" also "Frohe Botschaft" und so waren alle Besucher des Gottesdienstes aufgefordert, mitzusingen und mitzuklatschen, angelehnt an die Worte aus dem Psalm 98: In die Hände klatschen sollen die Ströme, die Berge sollen jubeln im Chor vor dem Herrn.

Innerhalb der Gottesdienst-Reihe "Weil´s dich betrifft!" hatte der Gottesdienstbeauftragte Thomas Reuß aus Windheim die Idee zu diesem besonderen Gottesdienst und schnell hatte sich ein Chor zusammengefunden, der die Gospels für diese Feier einstudierte. Lieder der afrikanischen Sklaven, die bis ins 19. Jahrhundert hinein nach Amerika verschleppt wurden und dort unter unmenschlichen Umständen leben und arbeiten mussten. "Worship the Lord" (Betet den Herrn an) und "Good news" so lauteten zwei relativ unbekannte Lieder, gefolgt von einem Medley, bei denen alle kräftig mitsingen konnten: Nobody knows, Oh freedom und Kumbayah my Lord - Liedtexte, mit denen die Menschen damals ihrer Hoffnung auf Gott Ausdruck verliehen.

Was ein Gospel bedeutet, das drückte erstmals im November 2009 die 13-jährige Jaqueline in einem "Poetry Slam"- Gedicht aus und Walter Kuhn trug es in Burkardroth in ihrem Sinne vor: Gospel verbindet die Menschen und hat diese Macht, Es ist Gottes Magie, ich hab´s doch gesagt. Und quasi als wollte er diesen Schlussvers beweisen, studierte Thomas Reuß kurzerhand ein Gospellied mit den Besuchern ein: Heaven is a wonderful place!

Es folgten weitere Lieder, die umrahmt von Zitaten aus den Evangelien, den tiefen Glauben der Afroamerikaner widerspiegeln. So auch das südafrikanische "Syahamba", zu deutsch: Wir gehen im Licht des Herrn. Die Besucher hörten dann von der Lebensgeschichte des John Newton, einem Kapitän eines Sklavenschiffes, das 1748 in schwere Seenot geraten war. Er rief in dieser Situation Gott um Erbarmen und alle Menschen an Bord wurden gerettet. John Newton änderte sein Leben, wurde Priester und ein engagierter Kämpfer gegen die Sklaverei. Aus seiner Feder stammt eines der bekanntesten Gospelsongs, das im Anschluss daran ertönte: Amazing Grace.

Mit "Oh happy day" und "Amen" folgten zum Abschluss des Gottesdienstes zwei Lieder, die noch einmal die Sangeskunst des Gospelchors und seiner Solisten unter Beweis stellten. Die Besucher sparten nicht mit Applaus und auch nicht bei den Spenden für die Ukrainehilfe in Burkardroth. Bei einem Glas Glühwein vor dem Pfarrheim kamen dann Akteure und zahlreiche Gäste ins Gespräch.

 

Walter Kuhn, Wortgottesdienstleiter
Bildquelle: Annemarie Göbel, Gemeindereferentin 

 

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